Wahlpflichtkurs „Lebenswelt“ am CWG im sportlichen Rahmen
12. Oktober 2011
Zuwurf – Korbwurf
Foto: pandamedien
Am 6. Oktober 2011 machte das Sachsen-Anhalt-weite Projekt „Bewegung verbindet – Rollstuhlsport macht Schule“ im Rahmen der Festwoche zum 20-jährigen Schulbestehen am Christian-Wolff-Gymnasium (CWG) in Halle (Saale) Station.
Aus den Klassenstufen neun und zehn hatten 20 Schülerinnen und Schüler die Chance, durch Eigenerfahrung neue Blickwinkel auf das Leben von Menschen mit Behinderung, sportliche Möglichkeiten und den Umgang miteinander zu entwickeln. Die jungen Leute belegen an ihrem Gymnasium den Wahlpflichtkurs „Lebenswelt – Schülerinnen und Schüler lernen soziales Engagement“. Das CWG ist die einzige Schule in Sachsen-Anhalt, die diesen Kurs anbietet.
An diesem Donnerstag übernahm ein Trainerteam des Rollstuhlsport-Projektes den Unterricht für den Kurs. Philipp Töpfer und Rolli-Sportler Mathias Sinang vom Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband Sachsen-Anhalt (BSSA) und Sportwissenschaftler Volker Möws von den Berufsgenossenschaftlichen Kliniken Bergmannstrost Halle führten die Schüler durch verschiedene Sport- und Spielformen an die Handhabung eines Rollstuhles heran. Nach den ersten Fahr- und Bremsversuchen wurden Alltagssituationen, wie das Überwinden von Bordsteinkanten und schiefen Ebenen ausprobiert. Neben der eigenen Beherrschung des fahrbaren Untersatzes vermittelten die Trainer den Jugendlichen auch, wie sie Betroffene im Alltag ansprechen und ihnen effektiv helfen können.
Im sportlichen Teil stand Basketball auf dem Programm. Diese Sportarten rollend auszuüben, bot viele überraschende Situationen und kam bei den Schülerinnen und Schülern gut an. „Los Jenny“ schallte es durch die Turnhalle, als das Spiel Fahrt aufnahm. „Echt cool“, lautete der Kommentar, als Mathias Sinang vorführte, wie man aus dem fahrenden Rollstuhl den Ball über den Greifreifen aufnehmen kann.
Das Fazit der jungen Leute reichte von Bemerkungen, wie anstrengend Rollstuhlfahren doch sei über „geniale Erfahrung“ bis zur Erkenntnis, dass Menschen mit Handicap sehr viel Respekt verdient haben, denn „wir können ja nachher einfach wieder aus dem Rollstuhl aussteigen, Betroffene nicht.“