Wo ein Wille ist, ...
19. Januar 2012
kann auch der Sportraum mal kleiner ausfallen.
Etwas ungewohnt war die Situation für die Trainer des Projektes „Bewegung verbindet– Rollstuhlsport macht Schule“ schon, als sie am 19. Januar 2012 in der Freien Waldorfschule Halle mit 20 Rollstühlen erschienen, denn der Sportraum, der auf dem Schulgelände zur Verfügung steht, ist recht klein. Für die 14 Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse war dies aber kein Hinderungsgrund, schon vor dem offiziellen Start ein paar Runden mit den Sportrollstühlen durch den Raum zu drehen. Unter der fachlichen Anleitung von Rollstuhl-Basketballer Frank Semmler ging es dann in geordneten Bahnen weiter und es wurde schnell deutlich, dass Slalomfahren durch einen engen Hütchen-Parcours gar nicht so einfach ist. Auch die Koordination von Rollstuhl, Bewegung, Basketball und Spielpartner musste erst mal erprobt werden.
Ähnlich sah es für die Jugendlichen aus, als sie mit Sportwissenschaftler Volker Möws von den BG Kliniken Bergmannstrost Alltagssituationen im Rolli ausprobierten. Wie sich unebener Untergrund und abschüssiges Gelände mit Kopfsteinpflaster und Treppen auswirken, erlebten sie live beim Fahren auf dem Schulhof. Vorher hatten sie gemeinsam zusammengetragen, auf welche Hindernisse ein Rollstuhlfahrer im Alltag stoßen kann.
In zwei Wochen werden die Jugendlichen im Bergmannstrost das zweite Modul „Praxistag in der Klinik“, des landesweiten Projektes der Partner Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband Sachsen-Anhalt (BSSA), BG Klinken Bergmannstrost und Deutscher Rollstuhl-Sportverband (DRS) erleben.
Die Geschäftsführerin des Freie Waldorfschule Halle e.V., Susanne Kriese-Ochs, kann sich vorstellen, das Projekt zukünftig fest in den Jahrgangsplan der 9. Klasse zu integrieren, da es mit seinen Inhalten sehr gut zum Grundsatz der Schule „Fürs Leben lernen – ein Leben lang“ passt.